Ferlach: Neue Gedenktafeln für deportierte Familien
Am 27. September 2023 wurde am Bahnhof der Nostalgiebahnen Ferlach eine Gedenktafel enthüllt, die an das schwere Schicksal von elf Ferlacher Familien im zweiten Weltkrieg erinnert.
Das NS-Regime verordnete am 27. September 1941 einen unmenschlichen Erlass, der in ganz Kärnten zur Deportation von 1075 Personen aus 220 Familien führte. Auch Menschen aus dem Gemeindegebiet Ferlach waren betoffen. Am 14. und 15. April 1942 fanden die Deportationen aus der südlichsten Stadtgemeinde Kärntens statt, Landeshauptmann Peter Kaiser bezeichnete diese Ereignisse als „eine der schlimmsten Momente in der Geschichte des Landes“. Genau deshalb sei es auch so wichtig, so Kaiser, Erinnerungskultur zu leben und Tatorte sichtbar zu machen: „Zeigen wir, dass wir gelehrige Schülerinnen und Schüler der Geschichte sind und treten wir gegenüber den nachkommenden Generationen als geduldige Lehrende auf, damit so etwas niemals wieder geschehen kann.“ Auch Ferlachs Bürgermeister Ingo Appé sprach davon, dass „Gedenkskultur keine Einbahnstraße sein dürfe“ und „die kleine Pflanze der Demokratie erhalten“ werden müsse.
Die aus Marmor bestehende Tafel erinnert an die am 14. und 15. April 1942 durch politische Verfolgung aus ihrer Heimat deportierten Familien und ist in deutscher und slowenischer Sprache gestaltet. Valentin Hauser, Autor des Buches „Vergessene Wahrheiten“, hielt die Gedenkansprache. Der Kammerchor Ferlach sorgte für die musikalische Umrahmung, weiters waren noch der slowenische Generalkonsul zu Kärnten, Anton Novak, und Manfred Morokutti vom Mauthausen Komitee vertreten. Die Enthüllung der Tafel nahm Zeitzeugin Romana Verdel gemeinsam mit ihrem Sohn Roman und dem Ferlacher Bürgermeister Ingo Appé vor.
Quelle: ktn.gv.at; Stadtgemeinde Ferlach
Fotohinweis: LPD Kärnten/Stein

