Werkschau Fritz Martinz
Zwischen Humanismus, Realismus und gesellschaftlicher Kritik, Vernissage am 4. Juli
Der österreichische Künstler Fritz Martinz (1924-2002) war eine zentrale Figur des Wiener Realismus und gehörte neben Alfred Hrdlicka, Rudolf Schönwald und Georg Eisler zur Gruppe der engagiert gesellschaftskritischen Realisten. Bedingt durch seine Vorliebe zur zeichnerisch-malerischen Tätigkeit, trat er im Jahr 1939 in die Kunstgewerbeschule Graz ein. 1943 wurde die Ausbildung durch die Einberufung zum Kriegsdienst unterbrochen. Nach entbehrungsreichen Kriegsjahren wandte er sich nach 1945 der gegenständlichen Malerei zu und ging 1947 an die Akademie der bildenden Künste ein Wien. 1960 trat Martinz mit seinem Werk an die Öffentlichkeit.
Auf dem Land aufgewachsen, entwickelte der Künstler schon früh eine enge Verbindung zur Natur und zur Tierwelt. Besonders das Pferd – ein seit Jahrtausenden in der Kunst präsentes Motiv – nimmt in Martinz’ Arbeiten, neben der menschlichen Figur, eine zentrale Rolle ein.
Durch seine intensiven künstlerischen wie gesellschaftlichen Erfahrungen, schien es ihm unbedingt notwendig, einer für die damalige Zeit neuen, realistischen Grammatik folgen zu müssen und entschied sich gegen die abstrakten Bildgestaltungen der «Phantasten». Durch das Studium der menschlichen Figur – des Kreatürlichen als solches – kam Martinz immer stärker zu seiner thematischen Bildsprache. Durch das Interesse an kontinuierlich realistischen Themen verbrachte Fritz Martinz auch Monate im Schlachthaus St. Marx. Das «Schlachthaus» wurde zum Zentralthema.
Martinz war Mitglied der Wiener Secession und bis zu seinem Tod Lehrbeauftragter an der Wiener Kunstschule. Innerhalb seines Schaffens hat er sich immerwährend für den Humanismus eingesetzt. Sein Werk ist geprägt durch gesellschaftskritische Inhalte und die Auseinandersetzung mit der menschlichen Existenz, durch Themen der Mythologie und der Geschichte, welche er in etlichen Studien, Zeichnungen, Zyklen, Bildern, Triptychen und Ikonen aufgearbeitet hat.
Werkschau Fritz Martinz
- Vernissage am 4. Juli 2026, 19 Uhr
- Geöffnet freitags und samstags von 14 – 18 Uhr und nach Voranmeldung unter 0650/9241525
- Container 25, Sandsteinweg 8, 9411 Wolfsberg
Quelle: container25.at
Foto: pixabay/geralt



