Vortrag: Reich mir die Hand!
Eine Kulturgeschichte des Totentanzes mit Dr. Gerhard Katschnig am 30. Juli
In dem Vortrag wird diese faszinierende Bildgattung, die weit über herkömmliche Vanitas-Darstellungen hinausgeht, beleuchtet. Entstanden aus der kollektiven Angst vor dem plötzlichen, unvorbereiteten Sterben, spiegeln die Freskenzyklen mit ihren begleitenden Texten – wie in den Darstellungen in Metnitz – die radikale Gleichheit aller Stände vor der Endlichkeit wider.
Das Besondere dieser Kunstform liegt in der irritierenden Verbindung von Tod und Bewegung: Der personifizierte Tod führt alle – Kaiser und Bettler ebenso wie Kinder – in grotesken Tanzsprüngen zum Grab. Diese Imitation des Lebens verleiht den Werken eine beklemmende Eindringlichkeit und eine unerwartete Spannung zwischen makabrem Verfall und purer Lebenslust. Der Vortrag analysiert den Totentanz als den verzweifelten Versuch, dem wahllosen Sterben eine Sinnstruktur zu geben, und lädt dazu ein, diese eindrucksvollen „Bußpredigten in Bildern” neu zu entdecken.
Vortrag: Reich mir die Hand!
- 30. Juli 2026, 18 Uhr
- kärnten.museum, Museumgasse 2, 9021 Klagenfurt am Wörthersee
Quelle: km.or.at
Foto: pixabay



